Frauen-Nacht-Taxi
Die Stadt Goslar soll ein wichtiges Zeichen für die Sicherheit und Gleichberechtigung ihrer Bürgerinnen und Bürger setzen.
Ab Sommer 2025 sollen Taxigutscheine im Wert von zehn Euro für Frauen und nicht-binäre Personen (ab 18 Jahren) bereitgestellt werden werden. Diese Gutscheine können zwischen 22 Uhr und 6 Uhr eingelöst werden, um einen sicheren Heimweg zu gewährleisten.
„Wir möchten, dass sich alle Menschen in Goslar sicher und wohl fühlen, insbesondere in den Abend- und Nachtstunden“, erklärt Sebastian Wirth. „Frauen und nicht-binäre Personen fühlen sich oft unsicherer als Männer, und dieses Programm soll dazu beitragen, dass sie auch nachts mit einem höheren Sicherheitsgefühl am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.“
Zur Erklärung: Die Gutscheine gelten für Frauen und nicht-binäre Personen, die allein oder in einer Gruppe ohne Männer oder mit ihren Kindern (unter 18 Jahren) unterwegs sind. Pro Fahrt kann ein Gutschein eingelöst werden, auch wenn mehrere berechtigte Personen gemeinsam das Taxi nutzen. Die Gutscheine sollen in verschiedenen städtischen Einrichtungen erhältlich sein, darunter das Bürgerbüro, das MachMit!Haus, der KulturMarktplatz, die Tourist-Info und das Büro der Gleichstellungsbeauftragten. Pro Vorsprache können bis zu drei Gutscheine abgeholt werden, und es gibt keine Begrenzung der Anzahl der Vorsprachen.
„Wir schließen explizit alle Personen mit den Geschlechtseinträgen 'Frau', 'Divers' oder einem gestrichenen Geschlechtseintrag ein“, betont Sabine Seifarth, Gruppenvorsitzender der Ratsgruppe GRÜNEN PARTEI 42. „Es ist wichtig, dass sich alle Menschen in Goslar angesprochen und sicher fühlen - auch wenn es vielleicht nur ein subjektives Empfinden ist."
Die Pilotphase des Programms soll im Sommer 2025 beginnen und nach einem Jahr evaluiert werden. „Wir sind gespannt auf die Rückmeldungen und würden das Programm entsprechend anpassen.“, fügt Giovanni Graziano hinzu.
Die Einführung der Taxigutscheine ist eine Reaktion auf die steigenden Sicherheitsbedenken, die viele Frauen und nicht-binäre Personen in der Stadt äußern. „Die individuelle Kriminalitätsfurcht ist tendenziell stärker ausgeprägt, insbesondere in den Abendstunden“, erklärt Giovanni Graziano. „Dieses Unsicherheitsgefühl kann dazu führen, dass Frauen sich in bestimmten Situationen unwohl fühlen und sich aus dem öffentlichen Raum zurückziehen.“
Das Gutscheinmodell soll dazu beitragen, diese Ängste abzubauen und die gleichberechtigte Teilhabe aller Geschlechter am gesellschaftlichen Leben zu fördern. „Es ist wichtig zu betonen, dass Männer bei diesem Angebot nicht eingeschlossen sind und auch nicht mit einem Taxi-Gutschein befördert werden“, erklärt Sebastian Wirth. „Dies ist keine Diskriminierung, sondern eine Maßnahme, um einen bestehenden Nachteil auszugleichen.“
Die Stadt Goslar orientiert sich an erfolgreichen Modellen aus anderen Städten, in denen ähnliche Programme bereits etabliert sind, wie beispielsweise in Berlin, Köln, Hamburg, Mannheim, Gießen und München. „Wir sind zuversichtlich, dass dieses Programm auch in Goslar positive Auswirkungen haben wird“, so Sabine Seifarth.